Großprojekt "Wolferskopf"

Im Laufe von Jahrhunderten verbrauchte der Mensch immer mehr an Landschaft, ökonomisierte sie nachhaltig und dezimierte die Vielfalt in Flora und Fauna drastisch. Heute wollen Naturschützer noch einigermaßen intakte Kulturlandschaften durch Schutzmaßnahmen bewahren und nach Möglichkeit wieder renaturieren.

So zum Beispiel im Naturschutzgebiet „Wolferskopf“. Dort, im „Haustadter Tal“ nahe der nordwestsaarländischen Gemeinde Beckingen, gibt es noch den Artenreichtum  früherer Zeiten. Der „Wolferskopf“ gehört mit seiner Fläche von über 400 Hektar zu den größten zusammenhängenden Schutzgebieten des Saarlandes. Die alte Kulturlandschaft mit buntblumigen Wiesen, Hecken, Äckern und Streuobstbeständen wurde in den letzten Jahrhunderten vom Menschen geschaffen, als er den natürlichen Waldbestand rodete, um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.

Durch die seinerzeitige extensive Mahd und Beweidung der Muschelkalk-Flächen entstanden die heute so artenreichen Kalk-Halbtrockenrasen und bunten Salbei-Glatthaferwiesen. Um diese einzigartige Kulturlandschaft mit den Magerrasen auch für künftige Generationen zu erhalten, schritten Naturschützer ein.

Auf den mageren Standorten ist eine reichhaltige Pflanzen- und Tierwelt entstanden, die sich auch überregional in Naturschutzkreisen einen Namen gemacht hat.  Am „Wolferskopf“ sind zahlreiche seltene und in ihrem Bestand bedrohte Pflanzen- und Tierarten zu finden, die aus dem Süden und Westen Europas einwanderten. Dazu zählen besonders ausgedehnte Orchideenbestände mit über zwölf verschiedenen Arten. Über 60 verschiedene, teilweise seltene Vogelarten können beobachtet werden. Hecken- und Buschbrüter sind besonders stark vertreten, ebenso die Schmetterlingsfauna mit über 50 verschiedenen Tagfalterarten.

Das Naturschutzgebiet Wolferskopf wurde 1989 als erstes saarländisches Projekt in das „Bundesprogramm zur Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ aufgenommen und mit 2,6 Mio € gefördert. Nahezu 1000 alte Obstbäume wurden wieder gepflegt, weitere 450 neu gepflanzt, ehemalige Kalksteinbrüche wurden wieder frei gestellt.

Dies alles wurde vom „Zweckverband Wolferskopf“ auf die Beine gestellt. Ihm gehören der Landkreis Merzig-Wadern, die Stadt Merzig, die Gemeinde Beckingen sowie die Naturlandstiftung Saar an, die auch die Geschäftsführung übernommen hat.


Wolferskopf, Zentralbereich


Pyramiden-Orchis


Gelbbauchunke


Vogesenrinder