Obstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Zum Schutz dieser Biotope hat die Allianz Umweltstiftung das Gemeinschaftsprojekt „Allianz – Bäume für die Zukunft“ ins Leben gerufen. An 50 Standorten in ganz Deutschland werden im Laufe von 2 Jahren jeweils 60 Obstbäume gepflanzt.

 

Im Saarland wird dieses Projekt unter anderem am Standort Ensheim durch die Naturlandstiftung Saar in Kooperation mit dem Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. umgesetzt. Der Großteil der alten, regionaltypischen Obstsorten wurde hier bereits gepflanzt. Das Obstbaum-Arboretum (Sortenerhaltungsanlage) der Naturlandstiftung wurde bereits im Jahr 2006 angelegt. Auf den Flächen in der Nähe des Flughafens wurden insgesamt 80 verschiedene Birnen- und 85 verschiedene Apfelsorten angepflanzt.

 

Mit über 500 Einzelbäumen ist dies die größte regionaltypische Obstsortenenerhaltungsanlage im Südwesten Deutschlands!

 

Zuvor hatte der Gartenbauverein Saarland/Rheinland-Pfalz in mühevoller Kleinarbeit die alten Obstsorten bestimmt und kartiert. Auf dieser Grundlage wurden die Sorten dann ausgewählt. Das Projekt trägt somit zur regionalen Sortenvielfalt des gesamten Saar-Lor-Lux Raumes bei. Doch nicht nur das: das wertvolle Kulturgut Obstwiese soll durch das Projekt auch ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden. Denn Obstwiesen sind keine Naturlandschaften, die ohne menschliches Zutun gedeihen; es braucht viel Engagement, damit hieraus ein Refugium für verschiedenste Tierarten entstehen kann.

Geschäftsführer der Naturlandstiftung Saar Eberhard Veith, Peter Schweitzer von der Allianz-Umweltstiftung und der saarländische Umweltminister Reinhold Jost

In Zeiten der Supermärkte ist die Versorgungsaufgabe der Obstgärten in den Hintergrund gerückt und der Mensch verdrängt immer mehr offene Flächen, was die Aufgabe vieler Obstgärten oder deren Umwandlung in Siedlungs- und Gewerbegebiete zur Folge hat. Alarmierend ist das vor allem für die Natur, denn die extensiv statt intensiv bewirtschafteten Wiesen haben sich zu unvergleichbar artenreichen Lebensgemeinschaften entwickelt. Diesem Verlust will die Naturlandstiftung Saar entgegenwirken. Durch die Beteiligung in vier saarländischen Naturschutzgroßprojekt, bringt die Stiftung bereits einiges an Erfahrung mit.

Monika Lambert-Debong und Projektleiter Joachim Kautenburger von der Naturlandstiftung Saar verkosten selbstgemachte hochprozentige Produkte.

Ziel des Projektes sei es, „das Biotop Obstwiese zu erhalten“, so Geschäftsführer Eberhard Veith. Geschaffen werden soll eine Oase der Kulturlandschaft für bedrohte Arten, die auch als Genreservoir für alte, vom Aussterben bedrohte Obstsorten, Pflanzen und Tiere unserer saarländischen Kulturlandschaft erhalten bleibt.

 

Umweltminister Reinhold Jost, Eberhard Veith und  Monika Lambert-Debong Geschäftsführerin des Verbands der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V.