Ausstellungseröffnung im VHS Zentrum Saarbrücken

Obwohl die Naturlandstiftung Saar in Saarbrücken im Vergleich zu anderen Landkreisen eine kleinere Zahl von Schutzgebieten betreut, sind diese nicht minder wertvoll.

So sieht es auch Manfred Maurer, Stellvertreter des Regionalverbandsdirektors Peter Gillo der die Ausstellung im VHS Zentrum am 29. September in Saarbrücken eröffnete. Und obwohl 40 Jahre nicht zu den klassischen Jubiläen zählen, gab die Ausstellung Anlass auf erfolgreiche Jahrzehnte im Naturschutz des Regionalverbandes zu blicken. 

Manfred Maurer

Manfred Maurer

Das erste Schutzgebiet im Regionalverband SB hat die Naturlandstiftung bereits 1986 in Fechingen erworben. Es handelt sich dabei um eine Fläche von rund 1 Hektar im Naturschutzgebiet Honigsack/Kappelberghang. Insgesamt besitzt die Stiftung im Regionalverband 5 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 35,3 Hektar. Die Tochter der ÖFM hat im Regionalverband rund 95 Hektar im Eigentum, auf denen vorwiegend Kompensations- und Ökokonto-Maßnahmen wie Gewässerrenaturierungen, Rückbaumaßnahmen, Entwicklung von Streuobstwiesen etc. umgesetzt wurden. 

Stellvertretender Vorsitzender der NLS: Aribert von Pock ( rechts)

Stellvertretender Vorsitzender der NLS: Aribert von Pock ( rechts)

Trotz dieser im Vergleich zu anderen Landkreisen geringen Zahl und Gesamtfläche der Schutzgebiete, gibt es doch einige Glanzlichter zu entdecken. Der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung, Aribert von Pock, hob besonders die alte Industriebrache „Von der Heydt“ hervor. Hier im Burbachtal wurde die ehemalige Grube auf rund 3 Hektar renaturiert. Auf dem Gelände standen zahlreiche leerstehende Gebäude, die durch Vandalismus bereits stark beschädigt waren. Das gesamte Gelände war mit Altlasten, Müll und Schrott  stark belastet. Die Gebäude wurden von der Stiftung zurück gebaut, alle Ablagerungen und Aufschüttungen entfernt. Der gesamte Müll und Schrott wurde einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt. Bis auf wenige Restflächen wurden alle Versiegelungen beseitigt. Auf den Flächen soll sich nach erfolgtem Oberbodenauftrag Wald entwickeln. 

Die Bergbauvergangenheit des Saarlandes ist auch an anderer Stelle im Regionalverband zu spüren. In St. Nikolaus in der ehemaligen Schachtanlage Merlebach. Hier wurden alle nicht denkmalgeschützten Anlagen abgerissen. Die Flächen wurden dann für die Installation einer Fotovoltaik-Anlage vorbereitet und anschließend an einen Investor verpachtet. Seit Mitte 2010 wird hier Energie von der Sonne statt von Kohle geerntet. 30.000 Module erzeugen in einer der größten Fotovoltaik-Anlagen des Saarlandes über 5 Megawatt Strom. Genug um über 1.000 Haushalte mit Strom versorgen zu können. 

Die Stiftung erhält auch Sekundärlebensräume für bedrohte Pflanzen und Tiere (z.B. im ehemaligen Kalk-Steinbrauch Birzberg) und schützt die traditionelle saarländische Kulturlandschaft. So hat die Stiftung in der Nähe des Flughafens Ensheims

2006 die größte Obstsortenerhaltungsanlage des Saarlandes eingerichtet Dazu wurden rund 15 Hektar ehemalig intensiv genutzte Ackerflächen in extensives Grünland umgewandelt. Auf den Wiesen wurden anschließend über 500 Obstbäume mit über 250 verschiedenen alten Kern- und Steinobst-Sorten angepflanzt. Die Obstbäume haben sich gut entwickelt und tragen heute mit ihren Früchten dazu bei, dass die bewährten, teilweise vom Aussterben bedrohten alten Obstsorten und ihre historische Nutzung im ländlichen Raum nicht verloren gehen. 

Stellvertreter des Regionalverbandsdirektors Manfred Maurer, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Aribert von Pock und Geschäftsführer Eberhard Veith (v.l.)