Die grenzüberschreitende Kooperation der Naturlandstiftung Saar vergrößert sich

Pierre Wernain von der Organisation "Conservatoire d´Espace naturels de Lorraine" und Dr. Axel Didion von der Naturlandstiftung Saar treffen sich zum Erfahrungsaustausch auf dem Hammelsberg bei Perl.

Quelle: L´ést Republicain, 31. Juli 2015.

 

Große Gebietsreformen in Frankreich stehen an. Aus ehemals 22 Regionen sollen 13 werden. Auch unsere unmittelbaren Nachbarn sind von diesen Umstrukturierungen betroffen. 2016 soll aus den drei französischen Regionen Lothringen, Elsass und Champagne-Ardenne eine neue Großregion werden. In diesem neu strukturierten Frankreich verschieben sich nun Grenzen. Das Saarland gewinnt auf einen Schlag Millionen Nachbarn hinzu, denn nun ist es die neue Großregion mit rund 5,5 Millionen Einwohnern, die eine Grenze mit unserem kleinen Bundesland teilen.

Ein schöner Anlass, um erneut an die deutsch-französische Kooperation der Naturlandstiftung Saar mit ihren französischen Partnern zu erinnern.

 

Denn Natur hört an Grenzen nicht auf!

 

Bereits 2004 unterzeichnete die Stiftung das erste Kooperationsabkommen, um die Zusammenarbeit im Natur- und Landschaftsschutz über die Grenzen hinweg auszubauen. Die Stiftung arbeitet nicht nur mit Partnern in Frankreich, sondern auch in Belgien, Luxemburg oder Rheinland-Pfalz für grenzüberschreitenden Naturschutz.

Wesentlicher Bestandteil des gemeinsamen Abkommens ist der regelmäßige Erfahrungsaustausch mit unseren französischen Freunden. So geschehen am 1. Juli letzten Jahres auf dem Hammelsberg im Dreiländereck bei Perl.

 

Der Nordhang dieses NATURA 2000 Gebiets mit 34 Hektar wird von der Naturlandstiftung Saar, der Südhang mit 48 Hektar von unseren Partnern und Nachbarn, der französischen Naturschutzorganisation „Conservatoire d’espaces naturels de Lorraine“ betreut.

Hier, in diesem deutsch-französischen Schutzgebiet liegen dem Wanderer gleich drei Länder zu Füßen: Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Viele wärmeliebende Pflanzen-und Tierarten, die durch die burgundische Pforte über die Mosel eingewandert sind, machen das Gebiet berühmt und beliebt bei Wanderern Ornithologen und Insektenforschern. Von 110 saarländischen Tagfalterarten sind am Hammelsberg 70 heimisch und auch seltene Insekten wie die Bergzikade oder sogar die Gottesanbeterin fühlen sich im besonderen Klima auf dem Hammelsberg wohl. Auch für Botaniker ist dieses Naturschutzgebiet im Dreiländereck von großem Interesse. 17 wildwachsende Orchideenarten wie die Bocks-Riemenzunge oder auch die seltene Bergaster sind hier anzutreffen.