Umweltminister Reinhold Jost und Bürgermeister Karl-Josef Scheer informieren sich über Projekte der Naturlandstiftung Saar in der Gemeinde Freisen

Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost besuchte am Mittwoch, dem 25.03.2015, verschiedene Projekte, die die Naturlandstiftung Saar (NLS) und deren Tochtergesellschaft, die Naturland Ökoflächen-Management GmbH (ÖFM), in der Gemeinde Freisen umgesetzt haben. Bürgermeister Karl-Josef Scheer, Vertreter des Umweltministeriums und des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz sowie Mit-glieder des Stiftungs- und Aufsichtsrats der Naturlandstiftung und der ÖFM informier-ten sich vor Ort über den Fortschritt dieser Projekte, die in enger Kooperation mit der Gemeinden Freisen realisiert wurden.

Die Gruppe besuchte die ehemalige Nato-Raketenbasis Reitscheid in Grügelborn, ein Relikt des Kalten Krieges mitten in der freien Landschaft. Hier hat die ÖFM alle Gebäude und Anlagen abgerissen und die asphaltierten und betonierten Flächen zurückgebaut und so der Natur durch Entwicklung von Grünland wieder zurückgege-ben. Dadurch konnte die Zerschneidung und der Flächenverbrauch der freien Land-schaft rückgängig gemacht werden. Grunderwerb der etwa 47.000 qm umfassenden Fläche, Abriss der Gebäude, Entsorgung von Müll und Schrott, Rückbau der alten Kläranlage und Freilegung eines verrohrten Baches auf rund 200 m kosteten rund 430.000 Euro, von denen 80% vom Umweltministerium bezuschusst wurden. Dies geschah im Rahmen der Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen des Landes zur Förderung von Maßnahmen zur Flächenentsiegelung und Renaturierung – kurz FERN genannt. Bürgermeister Karl-Josef Scheer bedankte sich bei der Gelegenheit noch einmal vor Ort bei Minister Jost für die finanzielle Unterstützung des Umweltmi-nisteriums und bei der Naturlandstiftung für die dort geleistete Arbeit und lobte die gute Zusammenarbeit mit der ÖFM. 

 

Letzter Programmpunkt für die Gruppe war der Besuch von zwei Beweidungsprojek-ten der Imsbach Verwaltungs- und Entwicklungsgesellschaft (Tochtergesellschaft der ÖFM) am Fuße des Weiselbergs bei Oberkirchen. Durch den Rückzug der Landwirt-schaft um den Weiselberg sind landschaftsökologisch wertvolle Lebensräume der offenen Kulturlandschaft immer mehr verschwunden. Um diese Flächen offen zu hal-ten, werden sie nun mit robusten Weidetieren, einer Mutterkuhherde von Galloway-Rindern sowie Konik-Pferden, ganzjährig beweidet. „Durch diese extensive Ganzjah-resbeweidung entstehen parkartige Landschaften mit einem hohen Erholungswert für alle“, betonte Minister Reinhold Jost. „Und auch die Landwirtschaft profitiert davon, indem sie ein hochwertiges Lebensmittel produziert, das direkt mit dem Landschafts-bild und dem Erlebniswert der Region in Beziehung gesetzt werden kann“, sagte der Minister. Die entstandenen Offenlandflächen, Feucht- und Nasswiesen sowie neu angelegten Tümpel bieten nun geeignete Lebensräume für Froschlurche, Tagfalter, Vögel und viele andere Tier- und Pflanzenarten.