Frühling in den Schutzgebieten

Rücksicht während Brut- und Setzzeit

Mit dem Frühling beginnt in unseren Schutzgebieten eine Phase, in der die Natur besonders empfindlich ist. Viele Wildtiere bringen jetzt ihren Nachwuchs zur Welt – eine Zeit voller Ruhe, Schutzbedürfnis und Verletzlichkeit. Gleichzeitig zieht es immer mehr Menschen nach draußen, um die wärmeren Tage zu genießen. Damit dieses Miteinander gelingt, braucht es Rücksicht und ein Bewusstsein für das, was wir oft nicht sehen.

 

Brut- und Setzzeit: 1. März bis 30. Juni

Zwischen Anfang März und Ende Juni bekommen viele Wildtiere ihren Nachwuchs. Rehkitze liegen gut getarnt im hohen Gras, Bodenbrüter wie Lerchen, Enten oder Kiebitze brüten in niedriger Vegetation. Schon kleine Störungen können dazu führen, dass Elterntiere flüchten oder Jungtiere zurücklassen.

Besonders freilaufende Hunde werden von Wildtieren als Gefahr wahrgenommen – selbst wenn sie nur neugierig sind oder spielen möchten. Darum gilt in dieser Zeit eine wichtige Grundregel:

Bitte Hunde an der Leine führen.

Diese einfache Maßnahme schützt unzählige Tiere und verhindert Stresssituationen, die wir oft gar nicht bemerken.

 

Wiesen nicht betreten: 1. April bis 15. Oktober

Zwischen dem 1. April und dem 15. Oktober dürfen Wiesen nicht betreten werden. Die Vegetation bietet Jungtieren Schutz und ist für viele Arten ein unverzichtbarer Lebensraum. Jeder Schritt ins hohe Gras kann Nester zerstören oder Jungtiere gefährden.

Das Betretungsverbot dient nicht der Einschränkung, sondern dem Erhalt wertvoller Lebensräume – und damit auch dem Erhalt der Artenvielfalt, die unsere Landschaft so besonders macht.

 

Ranger-Aktion: Freundliche Hinweise auf den Wegen

Um diese Regeln sichtbarer zu machen, haben unsere Rangerinnen und Ranger im vergangenen Jahr eine niedrigschwellige Informationsaktion gestartet. Mit Schablonen wurden auf ausgewählten Wegen temporäre Hinweise wie „Hunde bitte an die Leine“ aufgesprüht. Die Farbe verblasst im Laufe des Jahres und hinterlässt keine dauerhaften Spuren.

Organisiert wurde die Aktion von Ranger Michael Keßler, der gemeinsam mit ehrenamtlichen Rangern die ersten Markierungen in Bexbach anbrachte. Sein Anliegen bringt er klar auf den Punkt: „Es geht uns nicht um Verbote, sondern um ein achtsames Miteinander von Mensch, Hund und Natur.“

 

Aufgrund der positiven Resonanz wird sie in diesem Jahr auf weitere sensible Bereiche ausgeweitet. Die auffälligen Markierungen haben viele Gespräche mit Spaziergängerinnen und Spaziergängern angestoßen – ein wichtiger Beitrag, um Verständnis für die Bedürfnisse der Wildtiere zu schaffen.

 

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Schutzgebiete sind Orte der Erholung und zugleich wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Wenn wir uns an wenige einfache Regeln halten, profitieren am Ende alle: die Tiere, die Natur – und wir selbst.

Wir danken allen Besucherinnen und Besuchern, die mit offenen Augen, Rücksicht und angeleintem Hund unterwegs sind. Denn das Schöne an Natur ist: Wir dürfen sie heute genießen und können gemeinsam dafür sorgen, dass sie morgen noch genauso vielfältig ist.

 

Mehr Eindrücke von uns gibt es auf unserem Instagram-Account: https://www.instagram.com/naturlandstiftungsaar/ 

Ranger Michael Keßler, Theresa Feld & Rainer Lang (Bürgermeister von Kleinbilttersdorf)

Ranger Michael Keßler, Theresa Feld & Rainer Lang (Bürgermeister von Kleinbilttersdorf)

Ranger Karl Hermann und Patric Heintz mit der Schablone

Ranger Karl Hermann und Patric Heintz mit der Schablone