Junge Bäume brauchen in ihren ersten Lebensjahren besonderen Schutz. Auf Freiflächen sind sie Wind, intensiver Sonneneinstrahlung und vor allem Wildverbiss ausgesetzt. Damit Aufforstungen langfristig erfolgreich sind, kommen sogenannte Wuchshüllen zum Einsatz. Sie stabilisieren die Pflanzen, schützen vor äußeren Einflüssen und erhöhen die Überlebenschancen der Setzlinge deutlich.
Lange Zeit wurden dafür überwiegend Kunststoffhüllen verwendet. Sie erfüllen ihren Zweck – bringen jedoch ökologische Nachteile mit sich, die wir zunehmend kritisch hinterfragt haben.
Gerade bei Aufforstungen auf freien, sonnenexponierten Flächen ohne natürlichen Schatten kann es in Kunststoffhüllen zu starker Hitzeentwicklung kommen. Die direkte Sonneneinstrahlung auf das Material führt dazu, dass sich die Luft im Inneren stark aufheizt. Junge Pflanzen können dadurch erheblichen Stress erleiden – im Extremfall sogar verbrennen.
„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei Aufforstungen auf freien Flächen mit intensiver Sonneneinstrahlung Pflanzen in Kunststoffhüllen regelrecht verbrennen können. Die Pappwuchshüllen sind dagegen luftdurchlässig, verfügen über ausreichend Öffnungen und lassen kein direktes Sonnenlicht durch das Material ins Innere. Das sorgt für ein deutlich ausgeglicheneres Mikroklima“, erklärt Thomas Wieczorek, der bei uns für die Planung und Realisierung der Maßnahmen zuständig ist.
Ein weiterer entscheidender Aspekt betrifft die Umweltverträglichkeit. Kunststoffhüllen verbleiben über viele Jahre im Gelände. Mit der Zeit werden sie spröde, zerfallen und hinterlassen kleine Kunststoffreste im Boden. Dieses Mikroplastik verbleibt langfristig im Ökosystem – mit bislang nicht vollständig absehbaren Folgen für Boden, Wasser und Organismen.
Pappwuchshüllen bieten hier einen klaren Vorteil: Sie verrotten vollständig. Nach aktuellem Stand halten sie mindestens etwa fünf Jahre – also lange genug, um den jungen Baum in seiner sensiblen Anfangsphase zu schützen – und bauen sich anschließend biologisch ab.
Der Umstieg auf Pappwuchshüllen ist für uns nicht nur eine fachliche Entscheidung, sondern Ausdruck unserer Haltung. Für unsere aktuellen Pflanzmaßnahmen haben wir deshalb selbst angepackt: In einer gemeinsamen Teamaktion wurden über 600 Pappwuchshüllen gefaltet und vorbereitet.
Unter dem Motto „Gemeinsam für den Naturschutz“ kamen Kolleginnen und Kollegen aus Außen- und Innendienst zusammen. Solche Aktionen verbinden und bringen unterschiedliche Arbeitsbereiche zusammen. Sie schaffen zudem ein gemeinsames Verständnis für unsere Projekte im Gelände.
Denn wir wollen nicht nur über nachhaltigen Naturschutz sprechen – wir leben ihn. Jede und jeder im Team steht hinter dem, was wir tun. Ob draußen in der Fläche oder im Büro: Unsere Arbeit greift ineinander. Maßnahmen wie diese stärken den Zusammenhalt und machen sichtbar, dass Naturschutz Teamarbeit ist.
Der Umstieg auf Pappwuchshüllen ist für uns ein konsequenter Schritt hin zu noch nachhaltigerem Handeln. Sie schützen junge Bäume zuverlässig, verbessern die Bedingungen auf sonnenexponierten Flächen und vermeiden langfristige Kunststoffrückstände im Boden.
Naturschutz bedeutet für uns, Verantwortung ganzheitlich zu denken – von der Pflanzung bis zum eingesetzten Material. Kleine Veränderungen können dabei eine große Wirkung entfalten. Für gesunde Wälder von morgen.
Mehr Eindrücke von uns gibt es auf unserem Instagram-Account: https://www.instagram.com/naturlandstiftungsaar/