Vier etwa zwei Wochen alte Steinkäuze in einem Nistkasten – dieser erfreuliche Fund gelang der Naturwacht Saarland gemeinsam mit dem NABU Fechingen-Kleinblittersdorf bei der diesjährigen Brutkontrolle im Bliesgau. Der Bruterfolg ist ein wichtiges Zeichen für den Schutz einer Eulenart, deren Bestand im Saarland weiterhin stark gefährdet ist.
Die Naturwacht Saarland, deren Trägerin die Naturlandstiftung Saar ist, kontrolliert jedes Jahr in der ersten Julihälfte die künstlichen Nistkästen des Steinkauzes. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Jungvögel noch im Nest und der Bruterfolg kann zuverlässig dokumentiert werden. Gleichzeitig liefern die Kontrollen wichtige Erkenntnisse für den langfristigen Schutz der Art.
„Im Saarland gehen wir derzeit von nur noch rund 150 Brutpaaren des Steinkauzes aus, etwa 80 Prozent davon leben im Bliesgau“, erklärt Michael Keßler, Bliesgau-Ranger der Naturwacht Saarland. „Die Brutkontrolle findet bewusst Anfang Juli statt. Später haben die Jungvögel den Nistkasten meist bereits verlassen. Umso mehr freuen wir uns, wenn wir erfolgreiche Bruten wie diese dokumentieren können.“
Die Kontrollen zeigen jedes Jahr aufs Neue, dass Geduld gefragt ist. Nicht jeder Nistkasten ist belegt und viele bleiben leer. Umso größer war die Freude, als sich beim Öffnen eines der Kästen vier gesunde Jungvögel zeigten. Nach rund 20 bis 30 Tagen werden sie den Nistkasten verlassen und anschließend noch mehrere Wochen von ihren Eltern versorgt, bevor sie selbstständig werden.
Der Steinkauz ist auf strukturreiche Streuobstwiesen und alte, höhlenreiche Bäume angewiesen. Da natürliche Brutplätze jedoch immer seltener werden, spielen künstliche Nisthilfen eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Art.
Gemeinsam mit dem NABU Fechingen-Kleinblittersdorf betreut die Naturwacht Saarland zahlreiche Nistkästen, bringt neue Nisthilfen an geeigneten Standorten an und kontrolliert diese regelmäßig. Die speziell entwickelten Kästen verfügen über einen mardersicheren Mechanismus, der die Jungvögel vor einem ihrer wichtigsten Fressfeinde schützt.
Bereits im Frühjahr beginnt die Schutzarbeit: Während der Balzzeit werden geeignete Lebensräume mithilfe einer Lockflöte kontrolliert. Antworten Steinkäuze auf die Rufe und fehlen geeignete Brutplätze, werden neue Nistkästen angebracht.
„Der Fund der vier Jungvögel zeigt, dass sich kontinuierliche Naturschutzarbeit auszahlt“, sagt Axel Hagedorn, 1. Vorsitzender des NABU Fechingen-Kleinblittersdorf. „Solche Erfolge sind nur möglich, wenn Haupt- und Ehrenamt über viele Jahre eng zusammenarbeiten.“
Der Schutz des Steinkauzes ist ein Gemeinschaftsprojekt. Die enge Zusammenarbeit der Naturwacht Saarland, des NABU Fechingen-Kleinblittersdorf und weiterer engagierter Ehrenamtlicher trägt dazu bei, den Bestand dieser faszinierenden Eulenart langfristig zu sichern.
Als Trägerin der Naturwacht Saarland unterstützt die Naturlandstiftung Saar diese wichtige Arbeit und setzt sich gemeinsam mit ihren Partnern für den Erhalt der biologischen Vielfalt im Saarland ein. Jeder erfolgreich besetzte Nistkasten ist ein weiterer Schritt, um dem Steinkauz auch künftig einen Platz in unseren Streuobstwiesen zu sichern.
Doch jeder kann selbst einen Beitrag leisten: Besonders für den Bau neuer Steinkauz-Nistkästen werden engagierte Helferinnen und Helfer gesucht. Denn nur wenn ausreichend geeignete Nisthilfen zur Verfügung stehen, können neue Brutplätze geschaffen und der Bestand langfristig gesichert werden.
Wer handwerklich geschickt ist oder sich für den Artenschutz engagieren möchte, findet eine ausführliche Bauanleitung für einen mardersicheren Steinkauz-Nistkasten unter:
Bauanleitung für Steinkauz-Nistkästen (NABU)
Jeder gebaute Nistkasten kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dem Steinkauz auch in Zukunft ein sicheres Zuhause zu bieten.
Weitere Informationen und ein Video dazu auf Instagram und Facebook (naturlandstiftungsaar).