Neuer Fledermausturm soll Große Hufeisennase im Saarland fördern

Naturlandstiftung Saar schafft neuen Lebensraum für eine der seltensten Fledermausarten Deutschlands

Mit der Errichtung eines speziellen Fledermausturms setzt die Naturlandstiftung Saar einen weiteren wichtigen Baustein für den Artenschutz. Auf einer ihrer artenreichsten Naturschutzflächen im Niedgau entstand ein sogenannter „Hufi-Turm“, der gezielt der Großen Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum) zugutekommen soll, welche auf der Roten Liste unter „vom Aussterben bedroht“ geführt wird.

 

Die Naturlandstiftung Saar, engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz wertvoller Lebensräume. Gerade die Große Hufeisennase ist auf strukturreiche Landschaften mit extensiv bewirtschafteten Wiesen und einem hohen Insektenreichtum angewiesen. Vor allem durch den Einsatz von Pestiziden sind solche Lebensräume in Deutschland selten geworden. Gleichzeitig fehlen der Art zunehmend geeignete Rückzugs- und Quartiermöglichkeiten.

 

Der neu errichtete Fledermausturm soll die bestehenden Lebensräume sinnvoll ergänzen. Nachts nutzen Große Hufeisennasen solche Strukturen gerne als Jagdansitz. Von dort aus orten sie mit ihren Echoortungslauten Käfer und andere Insekten und starten ihre Jagd über den umliegenden Wiesen.

 

„Wir sind hier im Niedgau, einem Gebiet, in dem die Große Hufeisennase ideale Bedingungen vorfindet. Die Tiere überwintern in den Kalkstollen der Region und jagen im Sommer über artenreichen, nachhaltig bewirtschafteten Wiesen. Mit dem Fledermausturm verbessern wir ihren Lebensraum noch einmal gezielt“, erklärt Fledermausexperte Markus, der den Bau fachlich begleitet hat.

 

Mit etwas Glück könnte der Turm künftig sogar eine noch größere Bedeutung erlangen: Sollte sich hier eine sogenannte Wochenstube bilden – also ein Quartier, in dem die Weibchen ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen –, wäre dies erst der zweite bekannte Standort dieser Art in Deutschland.

 

„Das wäre ein Meilenstein für den Fledermausschutz und würde zeigen, wie wertvoll unsere Naturschutzflächen für seltene Arten sind“, so Markus. „Diese Schatzkammer der Artenvielfalt wäre damit um einen weiteren besonderen Erfolg reicher.“

 

Mit Projekten wie diesem unterstreicht die Naturlandstiftung Saar ihre Aufgabe, bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume langfristig zu sichern und die biologische Vielfalt im Saarland zu erhalten.

 

Weiter Informationen unter www.nls-saar.deund auf Instagram und Facebook (naturlandstiftungsaar).